Gustav Leonhardt (* 30. Mai 1928 in ’s-Graveland, Niederlande), ist ein niederländischer Dirigent, Cembalist und Organist.
Leonhardt wuchs in einem musikalischen Umfeld auf und begann im Alter von 15 Jahren in seinem Elternhaus Interesse an einem Cembalo zu finden, was sein weiteres Leben ebenso mitbestimmen sollte wie die Beschäftigung mit historischen Orgeln, die ihn zur gleichen Zeit zu interessieren begannen. Nach dem Abschluss des Gymnasiums in den Niederlanden begann er 1947 das Studium von Orgel und Cembalo bei
Eduard Müller an der Schola Cantorum Basiliensis, das er 1950 mit einem Solistendiplom
cum laude abschloss.
In den nächsten Jahren widmete sich Leonhardt musikwissenschaftlichen Studien in Wien und wurde 1952 zum Professor an der dortigen
Staatlichen Musikakademie, der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, ernannt. 1954 wurde er Professor für Cembalo am Amsterdamer Konservatorium, darüber hinaus ist er auch Organist an der dortigen Waalsekerk.
Er gründete 1955 das Leonhardt-Consort und wurde als Interpret der Werke von
Johann Sebastian Bach bekannt. Zusammen mit
Nikolaus Harnoncourt gilt Leonhardt als einer der Pioniere der Historischen Aufführungspraxis. Im Jahre 1969 wurde er auf eine Gastprofessur an die Harvard-University in den USA berufen. Zwischen 1971 und 1990 realisierte er zusammen mit Harnoncourt das umfangreiche Projekt der Aufnahme sämtlicher Kirchenkantaten von J. S. Bach. Seit 1988 lehrt er auch an der Accademia Musicale Chigiana in Siena.
Im Film
Chronik der Anna Magdalena Bach von Jean-Marie Straub (1967) wirkte er nicht nur als Interpret mit, sondern auch als Schauspieler in der Rolle Bachs.